Weshalb NEIN ?

zum Gestaltungsplan Thurgauerstrasse West

Wer lieber zuhört – hier geht es zu einem kurzen Video: https://www.youtube.com/watch?v=Sjb4aPX5hq8

Die Stadt Zürich ist Lebensmittelpunkt von 440 000 Menschen. Sie sind hier, weil es sich in dieser Stadt gut leben lässt. Deswegen wächst Zürich. Der vorliegende Gestaltungsplan Thurgauerstrasse West verfehlt das Ziel, attraktiven Wohn- und Lebens-raum für neue Einwohnerinnen und Einwohner zu schaffen. 

Nein zur technokratischen Verdichtungsplanung – Qualität statt Masse!

Der Gestaltungsplan Thurgauerstrasse ist eine rein technokratische Planung zur optimierten Unterbringung von 2000 Menschen. Er ist ohne Mitwirkung der Bevölkerung und der zukünftigen Bauträger entstanden. Der bisherige Mitwirkungs-prozess ist bestenfalls als Feigenblatt anzusehen, ebenso die Umsetzung der Einwen-dungen. Der Gestaltungsplan blendet die Aspekte des Zusammenlebens und der Wohnqualität in der neuen Siedlung sowie der wirtschaftlichen Machbarkeit komplett aus. Er ist nicht familienfreundlich und es ist fraglich, ob er wirklich einen Beitrag gegen den Mangel an kostengünstigen Wohnungen leistet. 

Nein zur Ausgrenzung 

Der Gestaltungsplan mit den Wohnriegeln und fünf Hochhäusern grenzt die Umgebung aus statt sich in alle vier Himmelsrichtungen zu orientieren. Er versteht sich als «robuste urbane Struktur, welche die Parzelle als zusammenhängende Setzung in Beschlag nimmt und eine starke bauliche Dichte etabliert (267 Prozent)». Damit schafft er eine unerträgliche Diskrepanz zur bestehenden Siedlung mit einer baulichen Dichte von etwa 50 Prozent. 

Einmalige Chance nutzen 

Der Gestaltungsplan schafft keine Entwicklungsperspektive für die bestehende Siedlung entlang der Bahnlinie. Er lässt die einmalige Chance ungenutzt, für ein rund doppelt so grosses Gebiet einen Quartierteil im Sinn eines Leuchtturmprojekts langfristig zu planen. Eine solche Planung würde eine weit grössere Anzahl bezahlbarer Wohngelegenheiten mit hoher Lebensqualität ermöglichen. 

Nein zur Vergrösserung der Hitzeinsel in Zürich-Nord 

Der Gestaltungsplan vergrössert die Hitzeinsel in Zürich-Nord auf unverantwortbare Weise. Der Effekt von enorm kostspieligen Nachbesserungen zum Beispiel mit Fassadenbegrünung ist vernachlässigbar. Statt die Prinzipien der 2000-Watt-Gesellschaft umzusetzen sind mit den Hochhäusern wahre CO2-Schleudern geplant.  

Nein zum planerischen Flickwerk 

Angesichts dieser Mängel überrascht es nicht, dass der Gestaltungsplan Thurgauerstrasse von Anfang an äusserst kontrovers diskutiert wurde. Zuletzt hat der Gemeinderat ihn in 15 Punkten «verbessert» und acht Begleitvorstösse genehmigt. Dabei ist nicht etwa ein besserer Plan entstanden. Vielmehr wurde ein im Kern fehlerhaftes Gebilde definitiv zum Flickwerk gemacht.  

Es gibt eine zeitgemässe Lösung 

Die Quartierbewohnerinnen und -bewohner haben sich von Anfang an aktiv in die Planung ihres Lebensraumes eingebracht. Einige von ihnen haben eine Genossenschaft zur solidarischen Entwicklung des Quartierteils gegründet. Unterstützt vom renommierten Stadtplaner Jürg Sulzer (Zürich, Dresden) haben sie in einem demokratischen und lösungsorientierten Prozess ein städtebauliches Konzept ausgearbeitet, welches sowohl die bestehende Siedlung als auch das Gestaltungsplangebiet betrachtet. Die Verdichtung wird von der bestehenden Siedlung her gestaltet. Auf dem Areal Thurgauerstrasse können dank geschickter Anordnung der Gebäudevolumen ohne Hochhäuser ähnlich viele Wohnungen errichtet werden, wie mit dem städtischen Gestaltungsplan.

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